Offene Softwarelösung für den Mathematikunterricht als Alternative zu Edeltaschenrechnern prüfen und erproben

Wegen der Vielen Nachfragen, zum Stand der Dinge:

Das Ministerium für Schule und Weiterbildung führt per Erlass für das kommende Schuljahr Grafikfähige Taschenrechner (GFT) für die Sekundarstufe II ein. Die Geräte müssen von allen Schülerinnen und Schülern privat gekauft werden. Ausgenommen sind Schulen, die mit CAS-Rechnern (Computer Algebra Systems) arbeiten. Diese können weiterhin verwendet bzw. eingeführt werden. Für Schulen die mit CAS arbeiten werden weiterhin fürs Abitur eigene Aufgaben gestellt. Viele Nachfragen von Eltern und Lehrern zeigen die großen Vorbehalte gegen die verpflichtende Einführung von GFT. Dabei wird auf die hohen Kosten für die Anschaffung der Geräte hingewiesen, dies vor allem vor dem Hintergrund, dass z.B. mit einer App auf einen Tablet die Funktionalität eines GFT ebenfalls dargestellt werden kann. Aber ein Tablet kann man auch für viele andere Zwecke einsetzten.

Mit unserem Antrag fordern wir, dass die Landesregierung die Möglichkeiten von Alternativen zu GFT prüft. Ein kritischer Punkt beim Einsatz von PC-basierter Mathematiksoftware ist die Frage von Täuschungsversuchen bei Prüfungen. Wegen diesen Bedenken wird der Einsatz solcher Systeme bei den Abiturprüfungen bisher nicht gestattet. Wir sind sicher, dass prüfungssichere Softwarelösungen technisch möglich sind. Jetzt ist zu prüfen, ob es sie schon gibt, ober ob sie erst noch entwickelt werden müssen. Schulen die bereits eine Softwarelösung haben und über die erforderlichen Geräte verfügen sollen diese nutzen dürfen und von der Verpflichtung zur Einführung von neuen Taschenrechnern ausgenommen werden. Zudem fordern wir, dass das Ministerium für Schule und Weiterbildung umgehend mit Planungen zum Ausstieg aus der Brückentechnologie Taschenrechner im Schulunterricht beginnt und dabei die Möglichkeiten neuer Technologien berücksichtigt.

In der Sitzung des Ausschuss für Schule und Weiterbildung (ASW) am 12.Februar wurde unser Antrag in die Beratung im Ausschuss eingebracht. Als Verfahrensvorschlag haben wir uns dafür ausgesprochen, bald ein Sachverständigengespräch durchzuführen. Denn nur bei einer raschen Behandlung besteht die Möglichkeit, dass eine Änderung noch zum neuen Schuljahr wirksam werden könnte. Diesem Vorschlag haben sich die anderen Fraktionen angeschlossen. So wurde vereinbart, bereits in der nächsten Sitzung des ASW am 19.März ein Sachverständigengespräch zum Antrag durchzuführen. Wir werden dazu Vertreter eines Düsseldorfer Gymnasiums hinzuziehen, das ein Konzept für den prüfungssicheren Einsatz von Tablets als Ersatz für grafikfähige Taschenrechner vorstellen wird. Die Ausschusssitzung ist öffentlich und wir laden alle Interessierten herzlich ein.

One Comment

  1. Hannes

    Ich habe Bauchschmerzen bei der Bezeichnung von Taschenrechnern als Brückentechnologie. Es ist ein hoch spezialisiertes Werkzeug.
    Ich kann einen Nagel auch mit einem Tablet in die Wand hauen, das geht aber auch sinnvoller mit dem richtigen Werkzeug.

    Grafikfähige Taschenrechner sehe ich aber ebenso kritisch, da das Preis/Nutzen Verhältnis hier zu einseitig verschoben ist.

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